Projekte + Planung

U2xU5: Spatenstich bei Rathaus und Frankhplatz

20.01.2021
Mit dem heutigen Spatenstich bei der künftigen U5-Station Frankhplatz starten nun auch offiziell die Bauarbeiten zum größten Klimaschutzprojekt der Stadt im Herzen Wiens: der Öffi-Ausbau U2xU5. Die ARGE Habau Group, Swietelsky und Hochtief sichert sich die Baulose 1 und 2 „Rathaus“ bzw. „Frankhplatz“ im Zusammenhang mit dem Neu- bzw. Ausbau von U2 und U5 in Wien. Der Auftakt der umfangreichen Bauarbeiten fand am 11. Jänner statt.
Das Linienkreuz U2xU5 ist das erste U-Bahn-Projekt im Zentrum der Stadt seit dem Bau der U3 in den 1990er Jahren. Rund 370.000 Menschen leben und arbeiten im unmittelbaren Einzugsbereich der neuen Strecken und profitieren damit direkt vom Netzausbau. Insgesamt schafft der Öffi-Ausbau U2xU5 Kapazität für 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste. Und auch die Umwelt wird mit dem U-Bahn-Ausbau massiv entlastet. Bis zu 75.000 t CO2 können jährlich durch die Verlagerung des Autoverkehrs auf die Öffis künftig eingespart werden.


Visualisierung Knotenstation U2 und U5 Rathaus.

Noch im März beginnen bereits die Bauarbeiten zu den Stationen und U-Bahn-Schächten bei den Stationen Rathaus und Frankhplatz. Bis zu 60 Meter lange Bohrpfähle sichern dabei die Schächte, die dann in weiterer Folge ausgehoben werden. Ein zusätzlicher Bauschacht wird im Bereich der Station Schottentor errichtet, damit hier künftig die U2 auf ihre neue Strecke in Richtung Matzleinsdorfer Platz abbiegen kann. Die Verbindung zur bestehenden U2-Strecke wird im Rahmen der dafür notwendigen U2-Teilsperre ab Ende Mai hergestellt. Zeitgleich werden auch die bestehenden Stationen modernisiert und für den vollautomatischen Betrieb der U5 mit Bahnsteigtüren ausgestattet. Die U2 fährt dann für rund 26 Monate nur zwischen Seestadt und Schottentor. Die Wiener Linien planen dazu eine breite Info-Kampagne zu den neuen Wegen und dem Zusatzangebot, um die Fahrgäste rechtzeitig und detailliert zu informieren.
 
Die ersten Tunnelvortriebsarbeiten nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT) starten bei Frankhplatz und Rathaus voraussichtlich Mitte 2022. Diese variantenreiche bergmännische Baumethode wird eingesetzt, wenn Untergrund und Bauwerksgeometrie eine größere Flexibilität erfordern. Dafür muss mittels Brunnen das Grundwasser abgesenkt werden. Die Notwendigkeit aufgrund der vorherrschenden Geologie in diesem Bereich wurde bereits im Vorfeld, im Zuge der Probebohrungen entlang der neuen Trasse, in Erfahrung gebracht.


Von links: Finanz- und Öffistadtrat Peter Hanke, Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Finanzminister Gernot Blümel und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer setzten heute den ersten Schritt zum Öffi-Ausbau.

Die U2 wird ab Rathaus auf einer neuen Strecke über die Neubaugasse, Pilgramgasse und Reinprechtsdorfer Straße zum Matzleinsdorfer Platz führen. Auf der ehemaligen Strecke der U2 fährt dann die U5: vom Karlsplatz über das Museumsquartier, Volkstheater und Rathaus bis zum Frankhplatz. Die Station Rathaus wird somit zum wichtigen Umsteigeknoten, die Station Frankhplatz entsteht neu. Diese beiden wichtigen Baulose, die von der ARGE Habau Group, Swietelsky und Hochtief ausgeführt werden, erfordern großes Know-how: Beispielsweise stammt der Bestand der U2 Station Rathaus aus den 1960er Jahren und muss für den Ausbau umfangreich verstärkt und auf ein neues Fundament gestellt werden. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern von Swietelsky und Hochtief unsere Expertise in anspruchsvollstem Tief- und Tunnelbau einbringen zu können – und das öffentliche Verkehrsnetz Wiens weiter auszubauen“, so Hubert Wetschnig, CEO der Habau Group.
 
Im Zuge der Bauarbeiten entstehen im Bereich des Friedrich-Schmidt-Platzes nicht nur Tunnelbauten mit Aushubkubaturen von 250.000 m³, sondern auch neue U-Bahn-Zugänge und Betriebsschächte. Besondere Herausforderungen stellen begrenzte Platzverhältnisse, Denkmalschutz und die – soweit möglich – Aufrechterhaltung des Verkehrs dar. Das Baulos 2 für den Frankhplatz umfasst sowohl den kompletten Neubau der Station als auch Anschluss bzw. Umbau an bestehende Strukturen, die dann Teil der neuen U5 sein werden. Eine Verlängerung über den Arne-Karlsson-Park und Michelbeuern – AKH bis zum Elterleinplatz in Hernals ist bereits in Planung. Die U5 wird die erste vollautomatische U-Bahn-Linie Wiens sein, die Fertigstellung soll 2026 erfolgen.
 
Die weiteren Bauarbeiten entlang der neuen 4,5 km langen U2-Trasse starten noch im 1. Quartal 2021. Bis zur Fertigstellung der Linien U5 bis Frankhplatz 2026 und der Linie U2 bis Matzleinsdorfer Platz 2028 investieren Bund, Stadt Wien und die Wiener Linien rund 2,1 Milliarden. Euro in das Jahrhundertprojekt U2xU5.
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