Projekte + Planung

Schwimmende Solaranlage in Kieswerk

01.10.2020
Es ist die größte Floating-Solaranlage in Nordrhein-Westfalen: Rheinland Solar hat zusammen mit der Hülskens-Gruppe eine 750 Kilowattpeak-Solaranlage auf dem Gewässer eines Kieswerkes installiert. Die Anlage dient zur Eigenversorgung und soll einen Großteil des jährlichen Strombedarfs des Sand- und Kieswerkes decken. Projektpartner Hülskens war als Betreiber des Kieswerks nicht nur Empfänger der Solaranlage, sondern hat auch die schwimmende Unterkonstruktion entwickelt.
Die Anlage in Vorselaer in der Nähe von Weeze ist im Juli 2020 in nur vier Wochen auf dem Gewässer des Kieswerkes installiert worden. Mit 750 Kilowattpeak ist sie nicht nur die größte Floating-Solaranlage in NRW, sondern echte Pionierarbeit mit Leuchtturmcharakter. Die Unterkonstruktion wurde speziell für das Projekt entwickelt und kann als Prototyp Vorlage für weitere schwimmende Solaranlagen sein.
 
Hauptbestandteil der Unterkonstruktion sind ca. zwölf Meter lange schwimmende Elemente, die aus Stahl bestehen, und die 1872 Solarmodule tragen. Sie sorgen für den nötigen Auftrieb auf dem Gewässer und sind durch Stahlträger verbunden. Auf die Stahlträger wurden Tragprofile befestigt und darauf die Module verschraubt. Zum Einsatz kamen 400-Watt Module des Herstellers Suntech mit Halbzellentechnologie, die korrosionsbeständig sind und rauen Witterungsbedingungen standhalten. Oliver Loritz, Geschäftsführer von Rheinland Solar, erklärt: „Suntech hat bereits letztes Jahr bei einer großen Floating-Solaranlage in Süddeutschland seine Expertise in diesem Gebiet bewiesen. Deshalb und da wir eine enge Partnerschaft mit Suntech pflegen, haben wir uns beim ersten schwimmenden PV-Projekt für Suntech entschieden.“ Die Module sind mit einer Neigung von 10 Grad in Ost- und Westrichtung installiert worden. Die ganze Anlage misst ca. 40 mal 120 Meter und bildet eine homogene Fläche.



Die Installation ging Schritt für Schritt vonstatten: Die Montageteams haben jedes Element der Unterkonstruktion einzeln vor Ort zusammengebaut, lackiert, auf das Gewässer geschoben und dort die Solarmodule installiert. Im Anschluss wurden die fünf Felder zu einer stabilen, begehbaren Einheit verschraubt. Die feste Plattform macht die Anlage robust gegen Sturm und Wind, da sich die einzelnen Elemente nicht bewegen können. „Das ganze Projekt ist eine logistische Meisterleistung. Die Zusammenarbeit der Montageteams von Rheinland Solar und Hülskens hat hervorragend funktioniert, sodass wir die 1872 Module in nur vier Wochen installieren konnten. Das ist schneller, als eine vergleichbare Dachanlage,“ berichtet Loritz.
 
Der Installation ging eine gut dreimonatige intensive Planungsphase voraus, in der Rheinland Solar zusammen mit seinem Projektpartner, der Hülskens-Gruppe, echte Pionierarbeit geleistet hat. Beide Unternehmen haben das System gemeinschaftlich entwickelt und konzipiert. Rheinland Solar hat nicht nur die Module geliefert, sondern auch die Projektsteuerung, Netzanbindung und Direktvermarktung des Stroms übernommen.
 
Die Hülskens-Gruppe hatte wiederum eine Doppelfunktion: Das Unternehmen ist als Betreiber des Kieswerks nicht nur Empfänger der Solaranlage, sondern hat gleichzeitig die Entwicklung und das Engineering der Unterkonstruktion übernommen. Dieses war möglich, da zur Unternehmensgruppe auch Tochtergesellschaften im Wasserbau, der Logistik und im Betonbau gehören. Das Knowhow war im Haus vorhanden; die Kompetenzen mussten lediglich gebündelt werden.



Hülskens-Projektleiter Lutz van der Kuil erklärt: „Die Entwicklung der Unterkonstruktion war im Grunde simpel, aber dennoch eine Herausforderung, da wir keine Erfahrungswerte hatten. Mit dem Prototyp wäre es nun einfach, weitere Projekte dieser Art umzusetzen. Wir werden uns genau anschauen, wie viel Strom die Anlage produziert und wie viel wir davon im Kieswerk verbrauchen können. Wenn alles wie geplant läuft, werden wir in Zukunft noch weitere Werke mit Floating-Solar ausstatten.“ Eine schwimmende Solaranlage ist für ein Kieswerk nicht nur deshalb eine intelligente Lösung, da kein Boden an Land für die vergleichsweise große Fläche der Anlage verloren geht, sondern auch, weil durch die gute Kühlung und Hinterlüftung der Module höhere Erträge zu erwarten sind.
 
Die 750 Kilowattpeak-Anlage in Weeze wird im Jahr circa 637.500 Kilowattstunden Strom erzeugen. Voraussichtlich werden 75 Prozent des Stroms aus der Anlage vor Ort verbraucht. Das Kieswerk hat einen Stromverbrauch von ca. 1,3 Mio. Kilowattstunden im Jahr. In der Woche wird der Strom zum Betrieb der Saugbagger und Siebmaschinen genutzt; am Wochenende ins Netz eingespeist. Das Kieswerk bekommt dafür eine Einspeisevergütung. Die Anlage hat sich nach ca. sechs Jahren amortisiert.
 
www.rheinlandsolar.de
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