Projekte + Planung

Baugenehmigungen beschleunigen

23.07.2020
Die Corona-Krise macht eine ungewöhnliche, aber vernünftige Partnerschaft zwischen der VÖPE (Vereinigung Österreichischer Projektentwickler) und der GBH (Gewerkschaft Bau-Holz) möglich. Speziell in der Krise müssen baureife Projekte mit einem Gesamtvolumen von 25 Milliarden Euro, welche mangels Bescheiden und Beschlüssen „auf Eis“ liegen, schneller bewilligt werden. Durch ein stärkeres Bekenntnis seitens der VÖPE zu regionalen Vergaben aller Auftragnehmer inklusive der Subunternehmen könnten dadurch rund 250.000 Arbeitsplätze in Österreich gesichert bzw. geschaffen werden.
Die Rekordarbeitslosigkeit wird länger anhalten. Bereits ab Herbst wird die Krise auch an die ersten Türen von Baufirmen „klopfen“. Am Bau trifft im Winter die Corona-Arbeitslosigkeit auch noch auf die Winterarbeitslosigkeit. Der Staat allein wird das nicht mehr „stemmen“ können, deshalb muss die Konjunkturlokomotive Bau auch durch private Bauprojekte mit „Sprit“ versorgt werden.
 
Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender: „In der Krise gilt es alle Kräfte ohne Vorurteile noch stärker zu bündeln. Dabei darf nur die Vernunft zählen! Wir haben nur dann eine Chance, gut ins Frühjahr zu starten, wenn wir die Zeit bereits jetzt nutzen und baureife Projekte schneller startklar machen. Tatsache ist, je größer die Bauprojekte, umso länger die Vorarbeiten und die Vorlaufzeiten.“
 
Mag. Erwin Soravia, Präsident der VÖPE: „Eine Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS) belegt: Jede investierte Million Euro sichert rund 10 Arbeitsplätze, schafft eine Wertschöpfung durch direkte und indirekte Effekte von mehr als 900.000 Euro und sorgt für eine Steuer- und Abgabenleistung von mehr als 300.000 Euro. Dieses Geld kommt wieder direkt in Österreich an und bringt die Konjunktur insgesamt zum Laufen. Eine interne Umfrage unter unseren Mitgliedern hat ergeben, dass derzeit rund 25 Milliarden Euro an Bauvorhaben mangels Bescheiden und durch fehlende Beschlüsse in Bauausschüssen auf Eis liegen. Wenn nur ein Teil dieser privaten baureifen Projekte jetzt schneller bewilligt wird und der Rest in Etappen, wird daraus das größte Konjunkturpaket der 2. Republik.“
 
Bauen ohne „Bröseln“ - gemeinsame Forderungen:
-Schnelle Behördenwege
-Verbindliche Fristen und Zeitfenster auf Behördenseite
-Planbare und verlässliche Timelines
-Digitalisierte Prozesse, die der modernen Realität entsprechen
 
Gekoppelt sind diese gemeinsamen Forderungen daran, dass alle Auftragnehmer – auch Subunternehmen – seitens der VÖPE noch stärker an regionale Vergaben gebunden werden. Muchitsch: „Jeder einzelne Euro, der schneller auf österreichischen Baustellen landet und somit in österreichische Unternehmen und ihre Beschäftigten investiert wird, bekämpft die Rekordarbeitslosigkeit.“
 
Beide fordern die politisch Verantwortlichen auf, endlich in die Umsetzung zu kommen: „Baubescheide raus aus Schubladen, Aufträge an regionale Unternehmen mit ihren Beschäftigten in Österreich und rauf auf Baustellen. Fakt ist: Der laut Ökonomen und Wirtschaftsexperten prognostizierten negativen Entwicklung am Arbeitsmarkt kann nur mit Beschäftigung entgegengewirkt werden. Dazu gilt es, alle Kräfte zu bündeln und alle Möglichkeiten zu nutzen. Raus aus der Krise durch Investitionen in den Arbeitsmarkt. Nur wenn wir jetzt säen, können wir in einigen Monaten und Jahren gemeinsam ernten. Die politisch Verantwortlichen sind nun gefordert, die dazu notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“
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