Projekte + Planung

Verkehrsfreigabe Perjentunnel und S 36 Unzmarkt

09.11.2020
Die Asfinag gab heute die sanierte Bestandsröhre des Perjentunnels (S 16 Arlbergschnellstraße) frei – somit stehen zwei Röhren für den Verkehr zur Verfügung. Am 10. November werden auch fünfeinhalb Kilometer der neuen S 36 Murtal Schnellstraße zwischen St. Georgen ob Judenburg und Unzmarkt-Frauenburg in Betrieb genommen.
In den vergangenen dreieinhalb Jahren wurde die bestehende Bundesstraße B 317 entsprechend zu einer Schnellstraße ausgebaut und in Unzmarkt eine 950 Meter lange Unterflurtrasse errichtet. In Summe – mit dem bereits fertiggestellten etwa zwei Kilometer langen Teilabschnitt in St. Georgen – stehen im Murtal damit mehr als sieben Kilometer neue Schnellstraße zur Verfügung, die vor allem ein deutliches Plus an Verkehrssicherheit sowie eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner bedeuten.
 
Die Unterflurtrasse ist das Herzstück des neuen Abschnitts. Vor allem die Bewohner von Unzmarkt-Frauenburg profitieren davon, der Durchzugsverkehr, der bisher mitten durch den Ort ging, ist damit Vergangenheit. Auch die Bauweise war besonders schonend. Die Unterflurtrasse wurde in der so genannten Deckelbauweise errichtet, bei der zuerst Bohrpfähle in den Untergrund gebohrt und danach der Deckel betoniert wurde. Erst im Anschluss wurde der „Tunnel“ gegraben, wodurch Staub- und Lärmbelastung deutlich minimiert werden konnten.
 
Details:
Erdbewegungen etwa 700.000 Kubikmeter
Beton 67.000 Kubikmeter
Bohrpfähle 2050 Stück von elf bis 30 Meter Länge
165.000 Quadratmeter Asphaltfläche
Errichtung von zehn Gewässerschutzanlagen
Mur-Verlegung um 50 Meter auf einer Länge von 500 Metern, 3.150 Bäume zum Aufforsten
Arbeiter zur Spitzenzeit ca. 150 Personen
 
Die Gesamtinvestition in diesen ersten Abschnitt der Murtal Schnellstraße beträgt etwa 165 Millionen Euro. Für den Abschnitt zwischen Judenburg und St. Georgen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Im Frühjahr 2021 wird das Projekt zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Die optimale Trassenvariante – ein bestandsnaher Ausbau mit drei Unterflurtrassen – wurde der Bevölkerung bereits präsentiert, eine weitere Planungsausstellung mit Details ist ebenfalls – abhängig allerdings von der Pandemie-Situation – vorgesehen. Auch bei diesem Streckenteil sind umfangreiche Schutzmaßnahmen für die Bewohnerinnen und Bewohner vorgesehen. Insgesamt drei Unterflurtrassen werden St. Peter ob Judenburg, Rothenthurm und Wöll vom Durchzugsverkehr entlasten. Die Schätzkosten für diesen Lückenschluss belaufen sich auf etwa 370 Millionen Euro. Der Baubeginn soll 2025 erfolgen, die Fertigstellung 2030.
 
Verkehrsfreigabe Perjentunnel
Gute Nachrichten für alle Autofahrerinnen und Autofahrer im Tiroler Oberland: Die Asfinag gab heute die Bestandsröhre des Perjentunnels (S 16 Arlbergschnellstraße) nach einem umfangreichen Sicherheitsausbau für den Verkehr frei. Damit erfolgt ein wichtiger Meilenstein beim Vollausbau des Perjentunnels. Nach sechsjähriger Bauzeit stehen erstmals zwei Tunnelröhren zur Verfügung. Bis Anfang Dezember soll die Baustelle dann endgültig abgeschlossen werden. 


Unter Einhaltung sämtlicher Regelungen im Rahmen der Covid-Pandemie gaben heute Landeshauptmann Günther Platter (Mitte) und Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele (rechts) die sanierte Bestandsröhre zusammen mit Asfinag-Projektleiter Richard Loidl symbolisch für den Verkehr frei.

In einem ersten Schritt wird für die noch offenen Arbeiten im Tunnel lediglich eine Spur pro Richtung für den Verkehr freigegeben. Bis zur endgültigen Freigabe der Tunnel Anfang Dezember 2020 erfolgen nämlich noch notwendige Restarbeiten im Tunnel. Das bedeutet, dass in einigen Nächten in dieser Woche der Verkehr in jeweils einer Fahrtrichtung ausgeleitet werden muss. Nach diesen finalen Arbeiten läuft der Probebetrieb unter Verkehr mit zwei Fahrspuren pro Tunnelröhre und einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Sämtliche Arbeiten werden bis Anfang Dezember abgeschlossen. Dann können Autofahrerinnen und Autofahrer beide Tunnelröhren ohne Einschränkung nutzen.
 
1983 ging der Perjentunnel auf der Arlberg Schnellstraße unter Verkehr. Die Asfinag errichtete eine 2.852 Meter lange neue Röhre und sanierte die bestehende Röhre. Die Asfinag investierte 131 Millionen Euro in den Vollausbau des Perjentunnels. Bei der Neuerrichtung der zweiten Röhre fielen 250.000 Kubikmeter Ausbruchmaterial an, die ausführende Baufirma baute 80.000 Quadratmeter Spritzbeton und 77.000 Laufmeter Anker ein. Bei der Bestandsröhre erfolgte ein umfassender Sicherheitsausbau – so wurden sämtliche Einrichtungen von Beleuchtung über Belüftung bis hin zur Fahrbahn erneuert.
Die Asfinag investiert aber auch zukünftig in die Sicherheit und bessere Erreichbarkeit im Tiroler Oberland. Die Lötzgalerie und der Lötztunnel sollen bis spätestens 2026 mit zwei Fahrspuren pro Richtung ausgestattet werden.

www.asfinag.at
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