Menschen + Szene

Wiener Baumeister verlegen ersten „Güteziegel“

20.10.2020
Die Landesinnung Bau der Wirtschaftskammer Wien verlegte am 20. Oktober erstmals den neuen „Güteziegel“ der Wiener Baumeister bei einem sanierten Altbau in der Hernalser Hauptstraße 197 im 17. Bezirk.
Der „Güteziegel“ steht für die große Expertise der Wiener Baumeister – von der Bauplanung über die Bauleitung bis hin zu Sachverständigentätigkeiten – und ist ein Ziegel mit entsprechender Prägung, der ab sofort bei jedem Immobilienprojekt verbaut werden kann, an dem ein Wiener Baumeister maßgeblich beteiligt ist. „Die Wiener Baumeister sind jährlich an zahlreichen Wiener Projekten beteiligt und leisten wichtige Beiträge zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Stadt, zur Schaffung von Wohnraum und zur hohen Lebensqualität. Um das auch vor Ort sichtbar zu machen, haben wir den ‚Güteziegel‘ der Wiener Baumeister ins Leben gerufen“, freut sich Innungsmeister DI Dr. Rainer Pawlick. Die „Güteziegel“ werden von der Landesinnung Bau Wien für Wiener Baumeister-Mitglieder kostenfrei zur Verfügung gestellt.
 
„Der Jahrhundertwendebau in der Hernalser Hauptstraße 197 ist nicht nur ein neues Schmuckstück für Hernals, sondern auch ein Paradebeispiel für die Arbeit, die Baumeister täglich in unserer Stadt leisten. Daher haben wir dieses Projekt auch für den ersten ‚Güteziegel‘ ausgewählt“, so Pawlick weiter. Seit 2019 wird der Jugendstil-Altbau aus dem Jahre 1904 mit 12 Wohneinheiten, einem Geschäftslokal und einer Gesamtfläche von 1.050 m² von Grund auf und mit entsprechender Förderung seitens des Wohnfonds Wien revitalisiert. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2021 geplant.


Verlegung des Güteziegels Hernalser Hauptstraße 197 (von links): Baumeister Mag. Ing. Christoph Steffel, Baumeister DI Dr. Rainer Pawlick und DI Martin Pober.

Neben dem Innungsmeister waren auch DI Martin Pober, Geschäftsführer der Premium Bauträger GmbH in seiner Funktion als Bauherr, und der für das Projekt verantwortliche Baumeister Ing. Mag. Christoph Steffel, Geschäftsführer der Josef Jarischko GmbH, bei der Verlegung des ersten „Güteziegels“ anwesend. „Die geförderte Sockelsanierung in Verbindung des Dachgeschoßausbaues und Liftzubau war und ist ein ganz wichtiger Faktor; nicht nur für das Wiener Baugewerbe, sondern auch für die Erneuerung des Wiener Stadtbildes. Dieses Projekt in Hernals ist dafür ein hervorragendes Beispiel“, so Baumeister Christoph Steffel. DI Martin Pober schließt an: „Wien braucht hochqualitativen Wohnraum und wir haben in der Stadt noch viele alte Gebäude mit guter Substanz, die es für Mensch und Umwelt zu revitalisieren gilt. Es freut mich daher umso mehr, dass der erste ‚Güteziegel‘ der Wiener Baumeister gerade bei unserem Projekt verlegt wird!“
 
Die Wiener Baumeister sind Teil des Wiener Baugewerbes, das von der Landesinnung Bau Wien der Wirtschaftskammer Wien vertreten wird. Seine große Wirtschaftskraft ist am Rekordjahr 2019 klar ersichtlich. Auf Basis einer aktuellen Analyse des Instituts für Höhere Studien (IHS) erwirtschafteten 2019 insgesamt 2.092 aktive Baugewerbebetriebe rund 3 Milliarden Euro Umsatz und erreichten eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 1,1 Milliarden Euro für Wien. Sie schufen bzw. sicherten direkt über 18.000 Arbeitsplätze. Daraus resultierten schließlich 325 Millionen Euro direkte Kaufkrafteffekte für Wien. Das sind jene Ausgaben für Güter und Dienstleistungen, die von im Wiener Baugewerbe Beschäftigten direkt in Wien getätigt werden.
 
… gedämpfte Aussichten spätestens für 2021
Damit erlebte das Wiener Baugewerbe ein starkes Jahr 2019 und auch für 2020 waren die Auftragsbücher gut gefüllt. Wie beispielsweise in der Hernalser Hauptstraße 197 werden diese Projekte nun – abgesehen von kurzen Unterbrechungen während des Lockdowns im März – weitgehend planmäßig abgearbeitet. Dass das Wiener Baugewerbe hauptsächlich im Wohnbau engagiert ist, der sich auch vor dem Hintergrund der COVID-19-bedingt schwierigen Konjunkturlage stabil entwickelt, lässt ebenso hoffen, wie auch Maßnahmen der Stadt. So sollten sich aktuelle Sanierungsoffensiven oder Grätzel-Erneuerungs-Programme nicht nur positiv für die Lebensqualität der Menschen, sondern auch die Auftragslage der Wiener Bauwirtschaft auswirken.
 
Dennoch gibt es viele Unsicherheiten für das Wiener Baugewerbe – angefangen beim ohnehin schon stark spürbaren Fachkräftemangel, der durch die Corona-bedingten teilweisen Grenzschließungen noch verschärft wird, bis hin zu Verzögerungen bei Baugenehmigungsverfahren. Letztere kamen im Frühjahr 2020 zunächst komplett zum Erliegen und dann nur sehr langsam wieder in Gang. „Gerade die verzögerten Baubewilligungen bereiten uns nach wie vor große Sorgen und wir hoffen sehr, dass dies nicht weiter zu massiven Projektverzögerungen, vor allem im kommenden Jahr 2021, führt. Noch ist dies – wie auch die gesamte konjunkturelle Lage für das Wiener Baugewerbe – mittelfristig nur schwer abschätzbar und manchem Betrieb fehlt die notwendige Planungssicherheit“, so Pawlick. „Umso mehr ist es uns wichtig, gerade jetzt mit dem ‚Güteziegel‘ auf die große Expertise und wirtschaftliche Bedeutung der Wiener Baumeister als wichtigen Partner in der Stadt aufmerksam zu machen!“

www.bauinnung.at
www.gueteziegel.wien
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