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TÜV Austria Brandschutztag 2019: Andauernd unter Strom?

04.04.2019
Am TÜV Austria Brandschutztag wägten zwei der vortragenden Experten die Brandgefahren der Gegenwart und Zukunft gegeneinander ab. E-Mobilität ist dabei vergleichsweise sicher. Ob der Strom für immer aus der Steckdose kommt, ist hingegen ungewiss.
Der TÜV Austria Brandschutztag zog ca. 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Vösendorf, wo sie einen Tag lang von den Vorträgen der Brandschutz-Koryphäen profitierten. Der jährlich stattfindende Expertentag der TÜV Austria Akademie beleuchtete auch heuer wieder den Brandschutz aus rechtlicher, organisatorischer und technischer Sicht und nahm unter anderem zukünftige Risiken unter die Lupe, denen sich Verantwortliche des betrieblichen Brandschutzes stellen sollten.
Stellen Sie sich folgende Frage: Wenn es umgekehrt gewesen und zuerst die E-Mobilität erfunden worden wäre: Würde es unter Fachleuten nicht einen Aufschrei geben, dass mit einer brennbaren Substanz wie Benzin ein Motor angetrieben wird? Mit diesem Gedankenspiel beschrieb Dipl.-Ing. Dr. Rudolf Mörk-Mörkenstein die vergleichsweise Ungefährlichkeit von Elektromotoren. Wer sich ein E-Auto anschafft, so der Referent, der spart 1/3 der Teile ein, zum Beispiel die Einspritzung oder die Kurbelwelle. Stattdessen werden Hochvolt-Batterien zusammengeschalten und in Metallbehältern abgesichert. Wenn das Auto korrekt instandgehalten wird und niemand über das Ladekabel stolpert, sind diese relativ sicher. Die metallische Durchdringung der Batterie, beispielsweise bei einem Unfall, könnte aber dennoch eine Brandgefahr auslösen, warnte der Experte.
Um die Mobilität ging es auch im Vortrag von SV Ing. Martin Swoboda, der über die Folgen eines Blackouts für Unternehmen sprach. Sicher ist, dass der Brandschutz nicht mehr gewährleistet wäre, da technische Brandschutzanlagen ausfallen würden. Aber Unternehmen würden auch mit anderen Herausforderungen kämpfen: Wenn der Blackout landesweit eintreten würde, könnte man kaum mit den überlasteten Einsatzkräften rechnen.
Oft mangelt es jedoch in Betrieben am Problembewusstsein: Zwei Drittel der Wiener Unternehmen sind auf einen Blackout nicht vorbereitet, so das Ergebnis einer Studie. Der Vortragende riet zu einer Checkliste und regelmäßigen Übungen: Was könnte im Unternehmen passieren, wenn der Strom ausfällt? Wie kann man sicherstellen, dass trotz Staus und fehlender Versorgung die Mitarbeiter/innen sicher an ihrem Arbeitsplatz ankommen? Hier sind auch die betrieblich Beauftragten vor Ort gefragt, die für den Ernstfall gerüstet sein müssten.

www.tuv.at/brandschutz
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