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Bauherrenpreis-Ausstellung wird verlängert

08.02.2019
Der Wiener Städtische Versicherungsverein präsentiert im Rahmen seiner beliebten Reihe „Architektur im Ringturm“ zum achten Mal in Folge den österreichischen Bauherrenpreis, die wohl prestigereichste Auszeichnung der hiesigen Architekturszene. Die Ausstellung im Ringturm in Wien wird bis 1. März 2019 verlängert.
Der Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs 2018 würdigt beeindruckende Projekte, die innerhalb der vergangenen drei Jahre realisiert wurden und sich besonders durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekt auszeichnen. Dazu zählen herausragende Bauten, Freiraumgestaltungen und – 2018 erstmals auch – städtebauliche Lösungen. Dabei steht der österreichische Bauherrenpreis 2018 ganz im Zeichen der Bildung: Zwei der sechs Preisträger sind Schulen – die Bundesschule Aspern in Wien und die Volksschule Dorf Lauterach in Vorarlberg.
Aus insgesamt 106 Einreichungen aus ganz Österreich schafften es 22 Projekte auf die Shortlist, aus denen die Jury – bestehend aus den Architekten Andreas Bründler (Basel) und Stefan Marte (Feldkirch) sowie Architekturpublizistin und Kuratorin Gabriele Kaiser (Wien) – schließlich die sechs Preisträger 2018 ermittelte. Wir präsentieren zwei der sechs Preisträger.



Oberösterreich; Preisträger: Wunderkammer des Brotes
Bauherr: backaldrin International The Kornspitz Company GmbH/Peter Augendopler
Architektur: Coop Himmelb(l)au, Wien
Ausstellungsgestaltung: Gruppe Gut, Bozen
Foto: Markus Pillhofer
Nach zwei Jahren Bauzeit wurde die Wunderkammer des Brotes im Oktober 2017 feierlich eröffnet. Das Paneum hält hinter seiner schillernden Fassade eine unerwartete Raumruhe bereit. Es erhebt sich über einer schlichten Sichtbetonbox, die das Foyer, das Kundeninformationszentrum und ein Veranstaltungsforum für mehr als 120 Gäste beherbergt. Die eigentliche Wunderkammer ist eine gebauchte Figur aus 3D-CNC-gefrästen Brettsperrholzelementen, deren 88 Schichten durch Stahlschrauben miteinander verzahnt sind. Im Außenbereich wurde der konstruktive Holzbau mit über 3000 rautenförmigen Edelstahlschindeln verkleidet. Den zweigeschossigen Ausstellungraum erschließt eine selbsttragende Stahltreppe.



Vorarlberg; Preisträger: Georunde Rindberg
Bauherr: Gemeinde Sibratsgfäll/Konrad Stadelmann
Architektur: Innauer Matt Architekten, Bezau Super-Büro für Gestaltung, Egg
Foto: Adolph Stiller
Nach starken Regenfällen geriet im Mai 1999 ein Berghang in der Gemeinde Sibratsgfäll ins Rutschen. Auf einer Fläche von 1,8 km2 bewegten sich 18 Wohn- und Wirtschaftsgebäude bis zu 240 m talwärts – ein dramatisches Ereignis, das zum Glück keine Menschenleben forderte, aber tiefe Spuren in der Landschaft und im Bewusstsein des 400-Seelen-Dorfs hinterließ. Heute erzählt ein ganz besonderer Erinnerungspfad davon. Ausgehend von „Felbers schiefem Haus“, bei dessen Betreten der Raumsinn aus dem Gleichgewicht kippt, wurden an ausgewählten Punkten insgesamt acht Objekte platziert, die das Leben in der Schräge und das Akzeptieren der steten Veränderung sinnlich erlebbar machen. Allen Objekten gemein sind scharfkantige Installationen in Edelstahl, die allein durch ihre körperliche Präsenz ohne intermediale Wissensvermittlung auskommen. Mit Titeln wie „Schiefe Tanne“ oder „Alles im Lot?“ sind sie in ihrer physischen Direktheit auf das Wesentliche konzentriert.

www.airt.at
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