Maschinen + Technik

Schlechtes Zeugnis für Dachsicherungsanlagen

24.11.2015
Spengler, Dachdecker und Bauarbeiter verrichten jährlich tausende Arbeitsstunden auf Dächern und verlassen sich auf die vorhandenen Dachsicherungsanlagen. Eine Überprüfung von Absturzsicherungen von Tüv Austria zeigt nun, dass mindestens 20 Prozent der Dachsicherungsanlagen gefährlich sind.
Dachsicherungssysteme werden vom Tüv Austria einer umfassenden Prüfung unterzogen. Von der Befestigung über die Funktion und Anwendbarkeit der technischen Absturzsicherung bis zum sicheren Zustieg erfassen unabhängige Prüfer den Zustand der Anlagen.
Zu den schwersten und häufigsten Mängeln zählt laut der Bilanz eine fehlerhaft montierte Anschlageinrichtung. Ausgerechnet die Befestigungspunkte, die Arbeitnehmer zur Sicherung ihrer persönlichen Schutzausrüstung nutzen, können wegen unsachgemäßer Installation einem Absturz nicht Stand halten.
„Anschlageinrichtungen werden bei Dachsanierungen oder Neuerrichtungen als notwendiges Übel eingestuft“, erklärt Tüv Austria-Prüfer Georg Gottschlich den beunruhigenden Sachverhalt und ortet Nachholbedarf bei der Ausbildung, Sensibilisierung und Unterstützung der Montagekräfte, die oftmals die Montageanleitung des Herstellers nicht beachten oder manchmal nicht zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Den Dialog suchen
Bei der Prüfung von Dachabsturzsicherungen setzt Tüv Austria auf den Dialog mit Anlagenbetreibern und Behörden, um mit Herstellern und Montagefirmen eine gemeinsame Linie zu finden: „Sachverständige sind am besten schon bei der Planung involviert und begleiten die Errichtung der Anlagen“, schlägt Gottschlich vor. Rechnet man zu den als lebensgefährlich einzustufenden Dachabsturzsicherungsanlagen die mangelhaften Systeme hinzu (ca. 34%), so müssen laut Gottschlich sogar 54% der von Tüv Austria überprüften Anlagen als nicht verwendbar eingestuft werden. Der prekäre Zustand der Dachsicherungsanlagen in Österreich zeigt, dass im Sinne der Arbeitnehmersicherheit weitere Aufklärung, Prüf- und Weiterbildungsarbeiten dringend erforderlich sind.
www.tuev.at
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