Maschinen + Technik

Modultransporter für erste Highspeed-Trimaran-Fähre

17.07.2020
Mit Hilfe von insgesamt 80 SPMT Achslinien gelangte die mehr als 700 t schwere und knapp 83 m lange Hochgeschwindigkeitsfähre Queen Beetle von der Produktionshalle zum Wasser. Die Schwergutprofis von Tutt Bryant Heavy Lift & Shift leisteten dabei Präzisionsarbeit und konnten sich dabei auf die Technologie „made in Pfedelbach“ verlassen.
Bald wird die Queen Beetle, eine Hochgeschwindigkeits-Trimaran-Fähre, die japanische Stadt Fukuoka mit der südkoreanischen Hafenmetropole Busan verbinden und während der Überfahrt eine Geschwindigkeit von 37 Knoten (knapp 70 km/h) erreichen. Doch vor dem ersten Einsatz musste das 83,5 m lange und leer schon 770 t schwere Schiff aus der Produktionshalle zum Wasser gelangen. Dabei ging es weniger rasant zu. Umso höher waren die Ansprüche des wertvollen Transportguts an Sicherheit und Präzision. Die Austal, Hersteller der Queen Beetle, beauftragte mit dem Transport auf dem Gelände der Werft im westaustralischen Henderson und dessen Planung die Schwergutspezialisten von Tutt Bryant Heavy Lift & Shift (TBHLS).
 
Zwei mal 40 SPMT Achslinien (Self Propelled Modular Transporter) von Scheuerle, ein Unternehmen der Transporter Industry International Group (TII Group) setzten die Experten von TBHLS dazu ein, um den einschließlich Achslinien und Transportgestellen rund 1.130 t schweren Transport zum Wasser zu bringen. Außerdem kamen zwei PPU (Power Pack Units) zum Einsatz, die ebenfalls von Scheuerle stammen, um die Antriebsleistung für die beiden SPMT Transportplattformen zu erzeugen. Die SPMT Achslinien gehören zur Fahrzeugflotte des Australien Marine Complex (AMC), der die Fahrzeuge verwaltet, während TBHLS sie betreibt.
 

Auf zwei Scheuerle SPMT Plattformen mit jeweils 40 Achslinien gelangte die Queen Beetle sicher von der Produktionshalle zum Schiffslift.
 
Die Strecke von der Produktionshalle bis zum Schiffslift, mit dessen Hilfe die Queen Beetle ins Wasser gelangen sollte, war zum Zeitpunkt des Transports mit vielen Hindernissen gespickt. Zahlreiche andere Boote wurden auf dem Areal gewartet. Für die SPMT und das versierte Bedienerteam von TBHLS stellte das aber kein unüberwindbares Hindernis dar. Dank des großen Erfahrungsschatzes und der ausgefeilten elektronischen Lenkung der Modultransporter, die eine Positionierungsgenauigkeit von +/- zwei Millimeter erlaubt, navigierten sie die High-Tech-Fähre punktgenau zum Ziel – trotz spitzer Kehren und anderer spektakulärer Manöver. „Ich hatte das Privileg, an Projekten beteiligt zu sein, bei denen SPMT der 1. bis zur 3. Generation zum Einsatz kamen. Die meisten SPMT-Betreiber, mit denen ich dabei zusammengearbeitet habe, kamen zur gemeinsamen Schlussfolgerung, dass die Funktionalität der Scheuerle SPMT denen anderer Modelle überlegen sind“, erklärt Felix Marquez Jr., Senior Projektingenieur TBHLS.
 
Zur erfolgreichen Ausführung des Transports trug laut Felix Marquez Jr. auch die Scheuerle Planungssoftware Salsa plus bei. Mit ihrer Hilfe ließen sich mit sogenannten Sweep-Path-Simulationen (Flächen, die der Transport überstreicht) berechnen, wie sich Hindernisse auf dem Transportweg sicher umfahren lassen.
 
Am Ende setzte die Queen Beetle wohlbehalten auf dem Wasser auf. Jetzt kann sie Fahrt aufnehmen und mit 37 Knoten durch den Ozean pflügen und pro Überfahrt mehr als 500 Passagiere von Japan nach Südkorea und wieder zurückbefördern.

www.scheuerle.com
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