Maschinen + Technik

70 Jahre Unimog

12.10.2016
Erste „Prüffahrt“, noch ohne Fahrerhaus: Chefkonstrukteur Heinrich Rößler am Steuer, rechts Hans Zabel, der Namensgeber des Unimog. (Foto: Daimler)
Am 9. Oktober 1946 meisterte der Unimog Prototyp 1 voll beladen mit Holz, noch ohne Fahrerhaus und auf unwegsamen Waldwegen bei Schwäbisch Gmünd seine erste Testfahrt. Heute ist der Unimog eines der facettenreichsten Nutzfahrzeuge auf dem Markt.
Die Entstehung des Unimog, kurz für Universal-Motor-Gerät, ist eng verbunden mit der problematischen Versorgungslage der deutschen Bevölkerung in der Nachkriegszeit. Die Jahre 1945 und 1946 waren gezeichnet von einer katastrophalen Ernährungssituation. Diese Zustände ließen bei Albert Friedrich, viele Jahre Leiter der Flugmotoren-Entwicklung bei der Daimler-Benz AG, die Idee von einem landwirtschaftlichen Motorgerät entstehen, das die Produktivität im Agrarbereich steigern konnte.
Besonders Innovativ und mit ausschlaggebend für den Erfolg des Unimog war sein einzigartiger Aufbau bei dem der Motor-Getriebeblock rechts neben der Fahrzeugmittellinie angeordnet war. Dadurch konnten die Schubrohre – sie schützen die Antriebswellen – rechtwinklig zu den Achsen ausgebildet werden. Somit kam das Fahrgestell mit nur vier Antriebsgelenken aus. Eine sehr gute Konstruktion, die noch heute, 70 Jahre später, bei den Unimog der hochmobilen Baureihe U 4023/U 5023 verwendet wird.

Einer für Alles
Im März 1946 erfand der Gaggenauer Hans Zabel, von Anfang an im Projekt dabei, den Begriff Unimog (Universal-Motor-Gerät). Aus dem „motorgetriebenen Universalgerät für die Landwirtschaft“ war bis zum Jahr 1954 bereits ein Fahrzeug geworden, das mit 66 unterschiedlichen landwirtschaftlichen Geräten ausgestattet werden konnte. Bis heute sind 30 Baureihen und rund 340.000 abgesetzte Einheiten des Unimog entstanden. Kein anderes Nutzfahrzeug kann laut eigenen Angaben sowohl als Traktor, Zugmaschine, Lkw, Feuerwehr und Explorationsfahrzeug, Omnibus und Arbeitsmaschine eingesetzt werden.
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