Kärnten und Slowenien: Klares Ja zu zweiter Vollröhre des Karawankentunnels
Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:57 Uhr
LH Dörfler und Sloweniens Verkehrsminister Vlacic unterzeichneten Anfang Dezember 2011 gemeinsames Memorandum in Brdo/Slowenien.

Der Bau der zweiten Vollröhre des Karawankentunnels ist für Verkehrsreferent LH Gerhard Dörfler seit Jahren eine Notwendigkeit. Diese Engstelle im gesamteuropäischen Verkehrskorridor X müsse aus Sicherheitsgründen und auch aus Gründen der Standortqualität für die wirtschaftliche Entwicklung Kärntens und Sloweniens unbedingt beseitigt werden, so Dörfler. Dafür würde der auch als Lösung vorgeschlagene Rettungstunnel keinesfalls genügen, nur der Bau der zweiten Vollröhre sei sicher und auch wirtschaftlich günstiger als ein vielleicht später angesetzter Ausbau eines Rettungstunnels.
Am Freitag, den 9. Dezember 2011, wurde ein Memorandum für den Bau der zweiten Vollröhre des Karawankentunnels im Hotel Kokra in Brdo, Slowenien, von LH Gerhard Dörfler und dem slowenischen Verkehrsminister Patrick Vlacic offiziell unterzeichnet. Viele Gespräche des Landeshauptmanns mit dem Verkehrsminister sowie anderen Repräsentanten Sloweniens waren der Unterzeichnung vorausgegangen.
Diese gemeinsame Absichtserklärung sei ein großer Erfolg der Gemeinsamkeit zwischen Kärnten und Slowenien, betonte Dörfler. Sie richte sich an die Bundesregierung und im Besonderen an das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie an die EU.
Neue Qualität einer guten Nachbarschaftspolitik
„Es ist einmalig in der Geschichte zwischen Slowenien und Kärnten, dass die Regierung in Laibach und die Landesregierung in Klagenfurt ein gemeinsames Memorandum beschließen. Das ist Beispiel für die neue Qualität einer guten Nachbarschaftspolitik nach der Lösung der Ortstafelfrage. Außerdem zeigt es, dass wir im Bereich der Infrastruktur eine europäische Entwicklung anstreben“, so der Landeshauptmann, der Vlacic herzlich dankte.
Für Dörfler ist die zweite Vollröhre ein Muss-Projekt. „Dieses Projekt wird auch von Kroatien unterstützt, sodass ich davon ausgehen kann, dass wir auch die Bundesregierung in Wien davon überzeugen können, dass die zweite, voll ausgebaute Karawankentunnelröhre eine verkehrstechnische Notwendigkeit ist“, betonte er.
Vlacic freute sich sehr, dass Kärnten und Slowenien die gleiche Sichtweise haben und vollwertige Verkehrsverbindungen haben wollen. Das gemeinsame Memorandum sei ein großer Fortschritt. Der slowenische Minister hofft, dass die gute Kooperation zwischen Kärnten, Österreich und Slowenien auch weiterhin bestehen bleibt.
Europäische Bedeutung
Beide Unterzeichner bekräftigen die Ziele des Memorandums, wie mehr Verkehrssicherheit, die Beseitigung der Engstelle im Korridor X, eine bessere Verkehrsdurchlässigkeit, die Verbesserung der Standortqualität für beide Regionen. Auch will man sich darum bemühen, diese Verkehrsachse in weiterer Zukunft im Verkehrs-Kernnetz der EU zu verankern, weil die grenzüberschreitende Straßenverkehrsverbindung europäische Bedeutung habe. Sie stellt eine wichtige Verbindung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten, den Westbalkanstaaten und der Türkei dar.
Zweite Vollröhre statt Rettungsstollen
Wie Dörfler ausführte, belaufen sich die Kosten für einen Rettungsstollen auf rund 93 Mio. EUR, die Kosten für eine zweite Vollröhre würden rund 236 Mio. EUR ausmachen. Die nachträgliche Aufweitung eines Rettungsstollens würde jedoch rund 413 Mio. EUR kosten, was daher eindeutig für den sofortigen Vollausbau des Tunnels mit einer zweiten Röhre spreche.
Der Tunnel müsste ab 2019 modernisiert und ausgebaut werden, um den neuen Sicherheitsstandards zu genügen. Im Memorandum heißt es: „Der Karawankentunnel mit einer Länge von 7.864 Metern stellt die einzige Engstelle am gesamten Korridor X dar, was natürlich in der Zeit des vereinten Europas inakzeptabel ist. Eine zweite Tunnelröhre gewährleistet auch die ständige Erreichbarkeit bei Sanierungsarbeiten der bestehenden Röhre als auch bei den laufend zu tätigenden Wartungsarbeiten“. Nur der Bau einer zweiten Vollröhre stelle eine langfristige und sichere Lösung dar, wurde betont. Auch werde künftig eine weitere Zunahme der Verkehrsströme erwartet.
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